Folge 82 - Sucht - Prävention im Frankfurter Bahnhofsviertel

Shownotes

Die Elbe-, Weser-, Nidda- oder auch Neckarstraße ziehen durch das Frankfurter Bahnhofsviertel und die meisten Bewohner*innen der Stadt verbinden diese Straßennamen mit Drogenkonsumment*innen die hier über den Asphalt treiben. Über die Stadtgrenzen hinaus ist dieser Ruf bekannt und so werden jedes Jahr immer wieder neuen Menschen von dem Rausch mitgerissen und verbleiben zum Teil über Jahre im Abhängigkeitssog von Opiaten, Benzodiazepinen und weiteren chemischen Drogen. In den Straßen, die nach Flüssen benannt wurden herrscht eine raue Brise, die von vielen lieber gemieden wird. Die Stigmatisierung von an Suchterkrankungen leidenden Menschen ist omnipräsent und so wirken die Konsumräume im Bahnhofsviertel wie sichere Häfen. Worum es heute geht? Eine weitere Folge über Suchterkrankungen, Suchterkrankte und der doch mittlerweile sich drehende Wind der Politik, der sich den Kavenzmännern Entstigmatisierung und Prävention annehmen will. Oder? Das Rad muss hier zum Glück auch mal wieder nicht neu erfunden werden und so freuen wir uns im Verlauf über unsere Gästin Sophie Hanack, die uns über die Arbeit in der Drogenhilfe berichten wird.

Kapitelmarken 00:00 Intro 01:10 News - Carsten Linnemann im BMG angekommen 02:46 Entwicklung RKI Hitzeschutz Datenerfassung 04:30 Triggerwarnung 04:55 Main Part 24:00 Interview mit Sophie Hanack 01:01:00 Take Home Message 01:03:00 Outro

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Quellen

idh Frankfurt https://www.idh-frankfurt.de/idh-standorte/niddastraße-49

Beitrag Hessenschau: Wie Konsumräume Abhängigen in Frankfurt helfen https://www.hessenschau.de/gesellschaft/frankfurter-weg-wie-konsumraeume-drogenabhaengigen-helfen-v1,drogenhilfe-konsumraum-frankfurt-100.html

Beitrag Hessenschau: Streit um Frankfurter Drogenprogramm https://www.hessenschau.de/tv-sendung/streit-um-drogenprogramm-im-bahnhofsviertel-frankfurt,video-212024.html

Ärzteblatt 05/26: Suchterkrankungen: Ärztetag verlangt wirkungsvolle Maßnahmen zur Verhältnisprävention Suchterkrankungen: Ärztetag verlangt wirkungsvolle Maßnahmen zur Verhältnisprävention https://www.aerzteblatt.de/news/suchterkrankungen-arztetag-verlangt-wirkungsvolle-massnahmen-zur-verhaltnispravention-f25dc08c-6b24-4f82-833c-a6a7cea73d41

Der Frankfurter Weg in der Drogenpolitik https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/drogenreferat/der-frankfurter-weg-in-der-drogenpolitik

Cannabiskonsum vor und nach der Teillegalisierung. Erste Trends, Konsummuster und Motive https://www.esa-survey.de/publikationen/fachliteratur/fachliteratur-detailansicht/lm/cannabiskonsum-vor-und-nach-der-teillegalisierung-erste-trends-konsummuster-und-motive/?no_cache=1

DHS Jahrbuch Sucht 2026 https://www.dhs.de/unsere-arbeit/dhs-jahrbuch-sucht/

Bundesdrogenbeauftragter - Suchtstoffe und Suchtformen https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/themen/suchtstoffe-und-suchtformen/

Psychoactive Substance Use in Germany https://di.aerzteblatt.de/int/archive/article/246641

Stigma from healthcare professionals and care-limiting behaviors in individuals with substance use disorders: a mixed-methods study https://www.thelancet.com/journals/lanepe/article/PIIS2666-7762(25)00379-5/fulltext

Beschlussprotokoll DÄT 2026 Hannover https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Aerztetag/130.DAET/2026-05-15_130._DAET_Beschlussprotokoll.pdf?utm_source=chatgpt.com

Nationale Strategien zur Drogen- und Suchtpolitik https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/themen/drogenpolitik/nationale-strategie/

Aktuelle Artikel: end-im-bahnhofsviertel-frankfurt-accg-200942947.html https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/frankfurter-bahnhofsviertel-stadt-sucht-voruebergehendes-areal-fuer-drogensuechtige-

Transkript anzeigen

00:00:01: Felix, denkst du?

00:00:02: Du bist Suchtkranken während deiner Tätigkeit im Krankenhaus immer mit Respekt begegnet.

00:00:06: Wenn ich ehrlich bin – leider nein!

00:00:08: Mein Handeln war durchaus von Vorurteil geprägt und das ist mit Sicherheit nicht in

00:00:11: Ordnung Und damit bist du wie die

00:00:13: aktuellen Guggenzeilen nicht alleine.

00:00:34: Damit hallo und herzlich willkommen.

00:00:36: Hier ist euer DJ Felix live mit dem Podcast Aufmesserschneide.

00:00:40: Wir sind beide ärztliche Schwester und machen ja alle zwei Wochen Missstände in unserem Gesundheitssystem sichtbar Die uns in der Medizin, PatientInnen und auch dich täglich betreffen können.

00:00:50: Mit wir meine ich natürlich nicht nur mich sondern auch meine liebreitzende Schwester

00:00:54: Julia Grimschner da!

00:00:55: Ich bin die zweite von den beiden.

00:00:57: Wir nehmen heute am elften achtendzehntausend sechsundzwanzig auf.

00:01:00: das ist bestimmt aus dem Kontext der aktuellen Lage im Gesundheitssystem immer mal wieder wichtig zu erwähnen.

00:01:05: Und auch in dieser Folge gibt es wieder einiges oder zumindest ein bisschen was an News, was für uns wieder anschauen sollten, liebe Julia.

00:01:11: Genau denn auch wenn das Parlament aktuell eine Sommerpause ist, gibt es eine kleine Nachrichtenwelle hier aus unserem Podcast.

00:01:18: die News sind zwar nicht direkt aus dem BMG aber in Anlehnung starten wir los.

00:01:22: Hören wir doch mal rein ob sich Carsten Lindemann das Amt des Gesundheitsministers mittlerweile zutraut.

00:01:27: er hat zu mindestens gesagt, dass er heimlich gelernt hat.

00:01:31: Ich mach da jetzt gar kein Hehl raus.

00:01:33: vor anderthalb Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich hier stehe.

00:01:38: Das ist ja auch öffentlich bekannt und klar, ich hab dann die Koalitionsverhandlungen geführt, hab das Thema mitführen dürfen, das Thema Gesundheit mit Frau Baas damals verhandelt und im Koalitionsausschuss war ich zuständig genau für diese Gesundheitsthemen hat natürlich noch mal die besondere Relevanz kennengelernt.

00:02:02: Ich finde, ein Minister muss eine Affinität zu dem Thema haben und die habe ich mir angeeignet.

00:02:10: ja?

00:02:11: Ich war zwei Perioden wie du gesagt hast im Sozialausschuss Ja!

00:02:15: Ich kenne das SGB II oder XII besser als das S GB V aber... ...ich träume das

00:02:22: zu!".

00:02:24: Gut danke lieber Karsten.

00:02:26: man weiß nicht ob man bei der Stand-up Comedy Veranstaltung war oder im Bundesgesundheitsministerium.

00:02:30: So kam es mir zumindestens vor.

00:02:32: Ich weiß nicht, ob er sich der Ernsthaftigkeit der Lage schon bewusst ist aber das war auf jeden Fall das was er am neunundzwanzigzehnten zum Thema Gesundheitsministerandrittsrede zu sagen

00:02:42: hatte.

00:02:43: Und so schwenken wir einmal rüber von vielen Nichtsagenden Worten zur einer ganz guten Entwicklung beim RKI denn da wurden die Datenanalysen zu hitzebedingten Gesundheitsfolgen angepasst.

00:02:53: Da gab es auf der Seite des RKI's am dreizehnten siebten zweitausend sechsund zwanzig nochmal eine Anpassung.

00:03:00: Es werden ja immer wieder aktuelle hitzebedingte Todesfälle oder die Zahl dazu veröffentlicht.

00:03:05: Wir sind da jetzt am heutigen Tag insgesamt schon bei elf tausend neunhundert hitzebedingten Sterbefällen in diesem Jahr, neuntausend sechshundert Todesopfer fallen dabei auf diese superheiße Kalenderwoche, sechsundzwanzig im Juni zurück.

00:03:19: Ihr erinnert euch es ist immer noch heiß und das RKI hat jetzt daraus geschlossen dass es Hitze assoziierte Notaufnahmevorstellungen den Notaufnahme-Surveillance bedarf.

00:03:32: Und das bedeutet letztendlich, dass das RKI ja viele Dinge auch überwacht

00:03:35: vor

00:03:36: allem in Bezug auf die Bevölkerungsgesundheit.

00:03:38: und bis jetzt gab es eben Zahlenerfassung zu bestimmten Erkrankungen der Notaufnahmen.

00:03:43: Das ging insbesondere um Corona-Infektion, schwere Oberatemwegeinfekte, Krippe oder krippelähnliche Infektionen sowie gastrointestinale Erkrankung.

00:03:51: Jetzt werden diese hitzeassoziierten Notaufnahmevorstellungen kurz HIT wie passend dazugenommen.

00:03:58: Was ist das Ziel natürlich von so einer Datenerfassung und einem Meldewarnsystem, Trendanalysen auf der einen Seite?

00:04:04: Früherkennung relevanter gesundheitlicher Notlagen.

00:04:06: Und natürlich auch die Planung von entsprechenden Entlastungskonzepten hoffentlich sehr bald!

00:04:13: Ich bin mal gespannt was da für Zahlen bei rumkommen am Ende des Tages.

00:04:16: Ist es auf jeden Fall eine Entwicklung, die wir im Auge behalten werden wie so häufig – und wir werden euch natürlich auch heiß und brühbar mit den dazugehörigen Informationen und Daten versorgen.

00:04:27: Womit wir euch heute leider mal wieder versorgen müssen, ist eine Triggerwarnung.

00:04:31: Bevor wir hier in den Main Part gehen... In der heutigen Folge geht es nämlich um Sucht und Drogenabuses!

00:04:37: Sollte dich dieses Thema triggern empfehlen wir die heutige Folge mit einem Freund oder zumindest einer Vertrauensperson anzuhören?

00:04:45: Im Zweifelsfall kannst du natürlich auch einfach mal die heutig Gefolge auslassen oder zumindest dem Main Part überspringen und direkt zum Outro gehen.

00:04:54: Die Elbe, Weser, Nidda oder auch Neckar-Straße ziehen durch das Frankfurter Bahnhofsviertel.

00:04:59: die meisten Bewohnerinnen der Stadt verbinden diese Straßennamen mit Drogenkonsumenten, die hier über den Asphalt treiben.

00:05:07: Über die Stadt grenzen hinaus ist der Ruf bekannt und so werden jedes Jahr immer wieder neue Menschen von dem Rausch mitgerissen und verbleiben zum Teil über Jahre im Abhängigkeitszug von Opiaten, Benzodiazepinen und weiteren chemischen Drogen.

00:05:20: In den Straßen, die nach Flüssen benannt wurden herrscht eine rauere Brise von vielen lieber gemieden wird.

00:05:26: Die Stigmatisierung an Suchterkrankungen leidenden Menschen ist omnipräsent und so wirken die Konsumräume im Bahnhofsviertel wie sichere Häfen.

00:05:36: Worum geht es heute?

00:05:37: Über Suchterkrankung, Suchter krankte und der doch mittlerweile sich drehende Wind in der Politik, der sich den Kaventsmännern Entstigmatisierung und Prävention annehmen will?

00:05:48: oder deutschlandweit zählen wir immer mehr junge Drogentote?

00:05:52: Jeder vierte ist unter dreißig Jahre.

00:05:54: Wir geben euch heute einen Überblick über aktuelle Studien zu Suchtverhalten und freuen uns im Verlauf über unsere Gäste Sophie Hannack, die uns über die Arbeit in der Drogenhilfe hier in Frankfurt berichten wird.

00:06:05: Also dran bleiben lohnt sich!

00:06:08: Und zuallererst müssen wir auch hier wieder ein paar Begriffe klären.

00:06:11: natürlich haben wir da im Psyrembel nachgeschaut und schauen uns mal die Definition von Sucht

00:06:15: an.

00:06:17: Unwiderstehliches verlangen nach einer bestimmten Substanz oder einem bestimmten Verhalten, das kaum kontrolliert werden kann.

00:06:24: Im Unterschied zum Abhängigkeitssyndrom bezieht sich die Sucht auch auf nichtstoffliche Suchtmittel wie das exzessive Ausüben bestimmter Verhaltensweisen.

00:06:35: Also in Bezug auf uns, liebe Julia der unermüdliche Drang nach Veränderung da sind wir süchtig nach.

00:06:43: Laut dem Bundesdrogenbeauftragten sind in Deutschland knapp acht Komma zwei Millionen erwachsene Menschen von einer Sucht betroffen.

00:06:50: Knapp dreizehn Millionen verwenden eine Substanz oder Medien missbräuchlich, kommt ein bisschen niedrig vor.

00:06:56: Nikotin und Aqualabuses sind wie wir bereits wissen die Spitzenreiter.

00:06:59: aber gerade der Konsum von illegalen Drogen ist bei den jungen Erwachsenen in Deutschland auf dem Vormasch

00:07:06: Und hierzu gibt es einen Bericht der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, kurz DHS

00:07:11: v.a.,

00:07:14: im Hinblick auf den Konsum von illegalen Drogen schwankt abhängig vom Alter die Lebenszeitprävalenz zwischen einem Prozent oder ein Prozent.

00:07:23: Laut aktuellen Schätzung haben in Deutschland etwa neunundsechzigtausend Jugendliche im Alter von zwölf bis siebzehn Jahren sowie sieben Komma drei Millionen Erwachsene im Alter zumindest einmal in ihrem Leben eine illegale Droge konsumiert.

00:07:37: Dabei war der Konsum von Amphetamin, Ecstasy, Kokaincrack, Pilzen oder neuen psychoaktiven Stoffen kurz NPS aber weiter verbreitet als der Konsument von anderen illegalen Drogen.

00:07:52: So worauf basieren die ganzen Erkenntnisse Felix?

00:07:55: Es gibt hier vor allen Dingen zwei große Studien auf die wir uns jetzt auch an der weiteren Folge permanent beziehen werden.

00:08:01: Wir benutzen hier die Abkürzungen.

00:08:04: Es gibt einmal die DAS, die Drogen-Affinitätsstudie.

00:08:09: Welche Jugendliche befragt zwischen zwölf und siebzehn Jahren?

00:08:13: Also wir merken uns DAS – Jugendliche zwölft bis zebzehnt Jahre.

00:08:16: Und die ESA, das ist nicht die Weltraumbehörde der Europäische sondern Epidemiological Survey of Substance Abuse, die Menschen befragt zwischen achtzehn und vierundsechzig bzw.

00:08:27: befragt hat also DAS Kinder ESA Erwachsene.

00:08:31: Zusammengefasst werden die Trends dann durch die DHS, hat Julia gerade schon gesagt.

00:08:35: Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen!

00:08:38: Im Hinblick auf Jahresprävalenzen suchen wir mal in den Bericht der ESA rein – also für die Erwachsenen und schauen mal was am häufigsten konsumiert wird.

00:09:01: gefolgt von Ecstasy, was ungefähr ein Prozent ausmacht.

00:09:07: Ja hier gibt es leider einen traurigen Fun Fact!

00:09:10: Habe ich letztens bei Instagram gesehen und zwar von Equorox gepostet.

00:09:13: die Reinheit vom Kokainis mittlerweile höher als jemals zuvor und das wusste ich auch nicht ist billiger eine Linecoax als ein kleines Bier.

00:09:21: Null zweier Bier kostet zum Vergleich aktuell ungefähr zwei Euro.

00:09:24: vierzig ne gute Linecox kriegst du schon zwischen eins vierzig und dreivierzig.

00:09:28: wir wollen nicht zum Drogenkonsum animieren aber ich finde sie schon erstreckende Zahlen dass, wie gesagt, die Reinheit und der Preis.

00:09:35: Also preislags das Verhältnis eigentlich so gut wie noch nie für Kokain.

00:09:38: traurig aber war.

00:09:40: da sieht man schon wo der Fokus auf welche Entwicklung gerade ist.

00:09:44: alle anderen illegalen Drogen erreichen jeweils eine Jahresprävalenz von unter einem Prozent.

00:09:48: Und nochmal im Hinblick auf die Kokain Abhängigkeit Felix hat ja grad einen Unterschied auch erklärt erfüllten Null Komma ein Prozent der Bevölkerung Das sind circa fünfzigtausend Menschen.

00:09:58: diese Kriterien.

00:09:59: ebenso viele zeigten kriterien eines Kokain missbrauchs und bei den Amphetamin lagen sowohl Abhängigkeit als auch damit Missbrauch jeweils bei Null Komma ein Prozent der Bevölkerung.

00:10:10: Ich muss sagen, ich finde es krass.

00:10:10: Es sind gefühlt nicht so große Zahlen aber eigentlich doch viel.

00:10:16: viele

00:10:16: Menschen

00:10:17: viele Menschen

00:10:17: ja und viele Drogen

00:10:19: weil's ja auch etwas ist was ja illegal ist.

00:10:23: Ja ich habe mir gerade den Spruch verkniffen wenigstens eine Entwicklung geht in positive Richtung nämlich beim Kokain.

00:10:30: sehr gut

00:10:32: Traurig

00:10:32: aber wahr.

00:10:33: Ein Positiver Trend!

00:10:35: Welche Ergebnisse, die ich jedoch deutlich schockierender finde sind das Studie der Jugendlichen und die Entwicklung des Konsumverhaltens in dieser Altersgruppe über die letzten Jahre?

00:10:45: Ja hier zeigt sich nämlich leider eine Nahezuverdopplung des Konsumpferhaltens bei jungen Erwachsenen wenn man sich die letzten zehn Jahre anschaut.

00:10:53: Hier lag die Prävalenz bei ungefähr roundabout drei Prozent knapp darunter vor zehn Jahren und wir sind mittlerweile, das sind Daten aus zwei tausend dreieinzwanzig bei ca.

00:11:02: sieben Prozent.

00:11:04: Was man sich hier natürlich immer vergegenwärtigen muss, ne?

00:11:06: Das sind nur die Umfrageergebnisse des... Ich glaube die Dunkelziffer oder es glauben wir auch beide, die ist wahrscheinlich deutlich höher.

00:11:15: Bei Jugendlichen steigt der Drogenkonsum natürlich mutmaßlich an wenn man sich das anguckt.

00:11:21: aber wie genau sieht die Entwicklung der einzelnen Substanzen bei Erwachsenen

00:11:25: aus?

00:11:28: Insgesamt in allen Altersgruppen leichte Abnahmen beim Konsum insgesamt und insbesondere von Amphetamin- und Kokain, aber leicht aufsteigende Trends bei Substanzen wie Heroin-, Opioin- und Ecstasy.

00:11:40: Und man muss sagen die entschreckendste Entwicklung darunter ist nicht nur der Substanzabose sondern natürlich auch die Folgen, die das Ganze hat.

00:11:46: und da ermittelt das BKA also das Bundeskriminalamt jährlich eine Statistik von Drogentfoten in Deutschland über die auch unser Bundesdrogenbeauftragte, der Herr Streeck kürzlich erst berichtet hat.

00:11:59: und da wurden die Zahlen von twenty-fünfundzwanzig präsentiert.

00:12:04: Es gab insgesamt zwei tausend einhundert fünfzig Drogen bedingte Todesfälle.

00:12:08: das ist ein relativ konstant hohes Niveau.

00:12:11: was aufgefallen ist vor allem ist dass es fünf hundert acht zwanzig troten fünfhundert achtundzwanzeig Drogentote unter dreißig Jahren gab mit einer deutlich positiven Entwicklung.

00:12:20: leider muss man sagen seit zweitausend einen Zuwachs von zweiundfünfzig Prozent.

00:12:27: Und man muss auch sagen, es gab eine Verdopplung bei den Drogentoten unter zwanzig Jahren mit hundertsechs seit zweitausend einundzwanzig.

00:12:36: Die meisten sind Mischkonsum und siebenhundertneunzeigte Todesfälle hatten eine Beteiligung von Kokain und Track was auch ne deutliche Zunahme ist von diesen beiden zu Tode bringenen Substanzen.

00:12:51: die wichtigste Frage bei all diese Entwicklung ist jedoch tut sich denn im Rahmen der Verhaltend- und Verhältnispräsention irgendwas.

00:12:57: Und hier kann man sagen, ja das Bewusstsein für das Problem ist auf jeden Fall

00:13:01: da.".

00:13:03: So zumindest zuletzt auf dem deutschen Ärztetag in Hannover.

00:13:06: Der hat nämlich einige Anträge verabschiedet die auf den neuesten Erkenntnissen unter anderem einer Frankfurter Studiefussen oder Fustenn, die ein Professor von der Uniklinik, nämlich der Herr Prof.

00:13:17: Luderer, im März veröffentlicht hat.

00:13:20: Er hat nämlich herausgefunden dass Aus Sorge vor Stigmatisierung, insbesondere vom medizinischen Personal.

00:13:27: Fast fünfzig Prozent von etwas über hundert Befragten ihren Substanzkonsum bei der ärztlichen Konsultation verschwiegen.

00:13:35: Sechsunddreißig Prozent vermieden die medizinische Hilfe trotz akuter Erkrankungen komplett und neunundzwanzig Prozent brachen die laufende Behandlung ab aufgrund von, am Ende des Tages muss man leider sagen, Vorteilen.

00:13:48: Stigmatisierung

00:13:49: Ja auch wir haben hier leider Erfahrung sammeln müssen mehr oder weniger bewusst uns auch dazu entschieden zu stigmatisieren.

00:13:57: Da muss man ganz selbstreflexiv sagen hier in dem Punkt und haben uns ein paar Beispiele mal rausgeschrieben, oder uns daran erinnert die wir euch jetzt vortragen wollen.

00:14:06: ich habe ja zwei tausend neunzehn muss es gewesen sein die erste Rotation der Unfallchirurgie gemacht und damals hatten mir eine Patientin Oberschenkelfraktur gehabt, musste operiert werden.

00:14:16: Die war relativ jung, so Mitte Ende vierzig würde ich sagen und hatte wohl einen Tag oder so in irgendeiner Hecke im Frankfurter Park gelegen mit der Fraktur und konnte sich nicht aufhelfen und sagte dann nach der Operation bei uns auf Station sie müsse unbedingt nach Hause um die Post oder irgendwas zu lernen.

00:14:34: Und dann war das so dass die Patientin da nach Hause gefahren ist.

00:14:37: Ich habe sie nicht mehr erreicht telefonisch obwohl wir sie nicht entlasten hatten Und er hatte natürlich aufgrund einer Suchterkrankung sich die entsprechende Substanz besorgt.

00:14:48: Und kehrte dann am Nachmittag mit dem RTV und Sonnenbrille wieder zurück über die Notaufnahme, und dann hieß es ja, die Patientin wird hier nicht mehr behandelt.

00:14:56: Und sie sei entlassungsfähig, weil Sie hat ja schon das entsprechende Implantat erhalten um den Bruch zu stabilisieren, da wird sie entlassen.

00:15:05: Da muss man auch sagen, jeder hat einen gesagt nach Hause, ciao!

00:15:12: Hätte auch eine ähnliche Story, das war auch in der Notaufnahme und es ging um eine Operation.

00:15:15: Es war ne junge Frau mit ner Schienenbeinfraktur Und da, ähnlich wie bei dir, gings auf uns Aufklärungsgespräch Sie muss operiert werden sie muss nüchtern bleiben auch für die Operation.

00:15:26: Wo sie meint ist kann sich jetzt nicht na sie muss jetzt was konsumieren und dann war's auch so Gut dann geh

00:15:31: Ja

00:15:32: wenn du gehen kannst um zu konsumierend dann schaust vertan Na und man muss auch sagen Man hat halt viel Nähe gehabt.

00:15:38: Die Uni-Klinik ist extrem nah am Hauptbahnhofshürtel, wo die meisten Konsumenten sicherlich in Frankfurt auch sind.

00:15:44: Man war super abgestopft und man ist wenig konstruktiv gewesen.

00:15:47: Das muss man sich selber eingestehen, dass man für dieses Problem kein Verständnis aufgebracht hat.

00:15:53: Leider auch an unserem dritten Beispiel.

00:15:55: Und zwar handelt es sich damals

00:15:56: um eine

00:15:57: Frau,

00:15:58: die auch IV drogenabhängig war, also intravenös drogenkonsumiert hat ... Und die wurde auch operiert und hatte, glaube ich noch ein Infekt.

00:16:07: Und musste eine Antibiose bekommen.

00:16:08: Schlechter Venenstatus.

00:16:09: also bekamen sie während der Operation einen großen Zugang über die Halsvene gelegt.

00:16:14: Ein sogenannten Zentralvenösen-Katheter.

00:16:16: Und da waren die Oberjahrs doch immer so in der Uni.

00:16:19: klinicalemistie total aufpassen mit dem ZVK.

00:16:21: Da laufen die weg und leider machte das diese Patientin auch und zwar sogar mit einem Rollstuhl.

00:16:27: Sie nahmen den Rollstuf von der Station ihren liegenden ZVk im Krankenhaus Leibchen und rollte von dem Theodor Sternkei, der Uniklinik bis ins Bahnhofshürtel.

00:16:37: Dort wurde sie von der Polizei identifiziert weil auf dem Rollstuhl stand hinten drauf die Station wo sie lag Und dann rief die Polizei mich an bzw.

00:16:45: ließ sich über die Pforte verbinden.

00:16:47: Ich war der zuständigen Stationsarzt und dann habe ich nur gesagt nach Rücksprache mit den Oberarzt, der natürlich schon wusste das die Patientin nicht mehr da war ist auch gegen Ärzchenrat entlassen.

00:16:56: Nur den Rollstühl kann die Polizei bitte zurückbringen.

00:16:59: Da muss man auch sagen, da haben wir nicht mehr eine zweite Chance gegeben.

00:17:02: Und man muss auch ganz ehrlich sagen, warum erzählen wir diese Beispiele?

00:17:05: Also da muss man glaube ich ehrliche Selbstreflektion einfach anbringen.

00:17:11: Das geht anderen Menschen auch so.

00:17:12: deswegen gab es jetzt extrem viele Anträge nämlich auf diesen deutschen Ärztetag auch wo man halt gesagt hat okay wir müssen auch unsere eigene Denkweise ändern.

00:17:19: sicherlich weil wenn man mal ehrlich ist anderen Menschen mit Suchtverhalten Den gibt man eher mal eine zweite Chance, wenn die Menschen dann rauchen gehen.

00:17:27: Obwohl man sagt sie sollen es nicht tun.

00:17:29: Wenn die Leute Alkohol konsumieren auf Stationen, obwohl man sagt man soll's nicht tun da gibts ne rote Karte oder eine gelbe Karte aber nicht immer diese absolute Stornung halt.

00:17:36: Ja den Leuten mit Alkohl also Alkuhl entzug kriegst kriegen ja auch Bier.

00:17:42: Es ist auch ne Krankheit.

00:17:43: das muss man klar sagen an der Stelle.

00:17:45: deswegen wollen wir euch jetzt mal präsentieren was eben auf dem deutschen Ärztetag beschlossen wurde und Anträge zeigen, die alle angenommen wurden.

00:17:56: Nämlich die Suchtshilfe strukturell zu stärken, niedrigschwellige Angebote auszubauen und die Verzahnung mit der medizinischen Versorgung zu

00:18:03: verbessern.".

00:18:05: Dann wurde beschlossen dass die nationale Drogenstrategie, die aus dem Jahr zwölf noch stammt und wir euch gleich vorstellen werden unter Beteiligung aller relevanten Akteure überarbeitet werden soll.

00:18:16: Ja auch hier krass lange her!

00:18:18: Das sind schon einige Jahre.

00:18:20: Dann wurde beschlossen, wirksame Regelungen zum Abbau von Stigmatisierung zu erlassen um den Zugang zur Versorgung zu verbessern und suchtmedizinische Tätigkeiten gezielt zu fördern.

00:18:28: Das sind natürlich erstmal viele Buswords.

00:18:31: Außerdem wurden beschlossen und auch gefordert von der Landesärzte Kammern und den medizinischen Fakultäten sicherzustellen dass die existierenden sucht-medizinischen Inhalte im erforderlichen Umfang auch im Rahmen der Ausweiter- und Fortbildung vermittelt und berücksichtigt werden.

00:18:48: Und dann auch mal wieder ein Altersproblem.

00:18:50: Gerade im Hinblick auf die Suchtmedizinambulanzen für Menschen mit Opioidhappäcklichkeit muss Attraktivität im Beruf und eine Entbürokratisierung geschaffen werden, denn auch hier droht mal wieder einen demografischen Kollaps mit siebenundfünfzig Prozent Ärztinnen und Ärzte über sechzig Jahre davon einundvierzig ÄrztInnen über achtzig Jahre!

00:19:11: What the fish?

00:19:12: Er hätte unser Opa auch noch mitmachen können aber er hat keine Suchtprovention

00:19:15: gemacht.

00:19:18: Achtzig

00:19:18: Jahre?!

00:19:19: Ja ja gut

00:19:21: Ja, irgendjemand muss das halt machen an Anfangszeiten.

00:19:23: Oder es ist schön, dass noch jemand macht?

00:19:26: Eine konkrete Präventionsstrategie haben wir ja gerade schon erwähnt.

00:19:28: und jetzt stellen wir sie euch nochmal vor die nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik von zwei tausend zwölf.

00:19:33: Und Felix zoomt da jetzt mal rein.

00:19:36: Hier wurden deutschlandweit zentrale Punkte beschlossen und ein sogenannte vier Säulenansatz gewählt den wir uns jetzt mal anschauen.

00:19:43: Die erste Säule sind natürlich die Prävention ist das was am effektivsten ist frühzeitige Aufklärung, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

00:19:50: Also der vulnerabelsten Gruppe um einfach einen riskanten oder abhängigen Konsum vor zu beugen und zu verhindern.

00:19:58: Zweite Säule Beratung und Behandlung Niedrigschwellige Hilfsangebote.

00:20:02: dazu gehören in Zug Entwürnungen Und auch Substitutionen von Betroffenen die auch den Ausstieg langfristig erleichtern sollen.

00:20:11: Dann geht es natürlich wie immer auch im Schadens minimieren dass die dritte Säulen oder auf neudeutsch harm reduction Das sind Maßnahmen wie Spritzentausch, Substitutionsbehandlung, Infektionsschutz die einfach gesundheitliche Schäden und oder zumindest Todesfälle reduzieren sollen.

00:20:26: Und dann auch noch eine Angebotsreduzierung und Strafverfolgung Bekämpfung von Herstellung, Schmuggel- und Handeln mit illegalen Drogen sowie Eindämmungen der Verfügbarkeit.

00:20:36: das hat ja bei Kokain auf jeden Fall schon ganz gut geklappt würde ich sagen.

00:20:39: Genau ist immer besser geworden die Qualität.

00:20:42: Dann müssen wir an dieser Stelle noch einen besonderen Weg Weg oder ein Präventionsprogramm am Ende des Tages erklären, auf das wir gleich nochmal im Interview eingehen werden und zwar den sogenannten Frankfurter Weg.

00:20:53: Das haben bestimmt schon mal einige Leute von euch gehört und es war

00:20:55: auch

00:20:55: häufiger in den Medien.

00:20:57: Der Frankfurther Weg ist ein entwickeltes liberaleres pragmatischeres Programm in der kommunalen Drogenpolitik was im Frankfurt seit den achtziger Jahren gilt.

00:21:07: Der Frankfurter Weg setzt nicht allein auf repressive Maßnahmen.

00:21:12: Am Ende des Tages sollen Risiken des Drogenkonsums minimiert werden, man versucht soziale Folgen wie etwa Beschaffungskriminalität zu reduzieren und abhängigen Überlebenshilfen zu

00:21:22: bieten.

00:21:24: Dies geschieht durch die Bereitstellung von Drogen-Konsumräumen.

00:21:27: Und ein davon haben wir uns heute angeschaut, der nämlich eine Möglichkeit gibt für eine kontrollierte Abgabe von Ersatzdrohungen wie Methadon auf der einen Seite und auch Suchprävention anbietet Und auch noch die Bereitstellung von kostenlosen medizinischen Hilfen und Beratung für Suchtkranke.

00:21:45: Hier gab es noch einen Frankfurter Weg, zwei Punkt Null.

00:21:47: der wird heute aber keine Großrolle spielen ist aber seit zweitausendfünfundzwanzig die Gründung eines Crack-Suchthilfezentrums.

00:21:55: Jetzt natürlich die Frage was hat dieser Frankfurte Weg bis jetzt gebracht?

00:21:58: Da muss man sagen ganz schön viel denn seit der Anführung des Frankfurtaweges gibt es deutlich weniger Drogen tote hier in Frankfurt.

00:22:08: Und im nationalen Vergleich so, wenn man sich Großstädte anschaut Berlin Hamburg Köln und auch München liegen wir deutlich unter den durchschnittlichen Zahlen in anderen Großstätten.

00:22:27: Die Präventionsmaßnahmen, die wir euch vorgestellt haben sind sicherlich ein sehr guter Ansatz gewesen in Zwei-Ton-Zwölf.

00:22:31: Doch sie müssen natürlich angepasst werden was ja auch der Deutsche Erztetag fordert denn wir hatten jetzt über die letzten vierzehn Jahre natürlich zunehmende Digitalisierung, Gesetzesänderungen und auch bei den Harm Reduction Strategien müssen Reformen erfolgen Denn... Was hat sich konkret geändert Felix?

00:22:48: Zwei Ton zwölf stand noch synthetische Cannabinoide und sogenannte legal heiß starke Mittelponte.

00:22:54: Mittlerweile nimmt er dann eher wieder der Konsum von synthetischen Drogen, Opioiden, Kokain und Crack in den Großstädten stark zu.

00:23:00: Und steht jetzt eher wieder im Fokus.

00:23:03: Gerade durch das Verbot und die Eindämmung auch der Abgabe von Lachgas – was ja ein legal High war – in April diesen Jahres hat sich da natürlich auch einiges verändert.

00:23:14: Auch seit dem Jahr ist es eine Teilegalisierung von Cannabis in Deutschland.

00:23:21: Außerdem haben wir eine krasse Digitalisierung des Drogenmarktes, immer mehr Darknet-Markplätze.

00:23:26: Hier gehen noch mal Grüße raus an die Netflix-Serie – ich weiß nicht wer sie nicht gesehen hat – How to Sell Drugs Online Fast!

00:23:31: Zumindest in der ersten Staffel fand ich extrem witzig.

00:23:33: Außerdem gab es natürlich auch harm reduction Strategien, die weiter ausgebaut wurden mit Drugcheckingangeboten und Antidoteausgaben in den Konsumräumen, die sich mittlerweile zusätzlich und zunehmend bewährt und etabliert haben.

00:23:48: Genau.

00:23:48: Und das ist auch schon das richtige Stichwort!

00:23:50: Ich würde sagen, wir gehen direkt einmal weiter in unser Interview mit Sophie Hannack – sie stellt sich gleich nochmal vor und wir schauen uns mal an wie die Arbeit in einem Konsumraum hier in Frankfurt aussieht.

00:24:00: So dann, wie bereits im Intro angekündigt sitzen wir jetzt aktuell in der Niederstraße zusammen mit unserer Gästin Sophie Hannack, die uns heute ein bisschen über die Trogenhilfe noch berichten wird.

00:24:10: Liebe Sophie, herzlichen Dank fürs Mitmachen.

00:24:12: Vielen dank dass wir ja auch schon einmal die Räumlichkeiten angucken durften.

00:24:16: Ich würde sagen, stelle ich doch einfach mal persönlich vor.

00:24:19: Herzlichen Dank für die Einladung!

00:24:21: Mein Name ist Sophie Hannack.

00:24:23: Ich arbeite jetzt seit gut zehn Jahren in der niedrigschwelligen Drogenhilfe hier in Frankfurt am Main und zunächst im Lastrada bei der AIDS-Hilfe.

00:24:29: Da war ich als Sozialarbeiterin tätig da die letzten eineinhalb Jahre die Leitung übernommen und bin jetzt seit Februar zusammen mit meinem Kollegen Andreas Geremier hier in der Leitungsfunktion an der Straße.

00:24:40: neunvierzig im größten Drogenkonsumraum Hessens muss man ja schon sagen deswegen weil nur Frankfurt Drogenkonsumräume anbietet.

00:24:50: Das stimmt, das ist ein sehr gutes Projekt nämlich was hier auch die Beine gestellt wurde schon seit vielen Jahren.

00:24:55: es klingt nach einem sehr aufregenden Beruf.

00:24:56: wie kamst du denn ursprünglich eigentlich zur Drogenhilfe?

00:24:59: Ich habe ganz klassisch alle arbeit studiert damals in Nürnberg in Bayern.

00:25:04: dort gibt's bekanntermaßen keine Drogen-Konsumräume.

00:25:08: entsprechend hab ich mich für mein Praxissemester damals dafür entschieden in Berlin meinen Praxiste-Mester zu machen in einem Drogenkonsumraum bei Vista.

00:25:18: Und das Konzept hat mich überzeugt, würde ich sagen.

00:25:20: Das sind Stiften der Arbeit.

00:25:23: Es ist eine Arbeit die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und dann war für mich nach dem Studium klar, nachdem ich auch meinen Schwerpunkt auf die Suchthilfe gelegt hatte und meine Bachelorarbeit dazu geschrieben habe dass es da auch für mich weitergeht und dann stand Berlin oder Frankfurt zur Auswahl.

00:25:38: Frankfurt ist in der Hilfestruktur finde ich sehr gut aufgestellt, hier gibt es gute Kooperation.

00:25:45: Ich habe mir damals das Lastrade angeschaut und war begeistert und entsprechend hat es mich vor zehn Jahren hierher verschlagen und ich bin immer noch da.

00:25:52: Voll schön!

00:25:53: Klingt auf jeden Fall nach einer Passion wenn man sogar seine Bachelorarbeit darüber schreibt, sehr cool.

00:25:57: Und man muss auch sagen ich glaube im Vergleich zu Berlin vielleicht auch tatsächlich etwas positiver könnte ich mir vorstellen die Arbeit hier wenn man sich gerade die Anzahl der Drogen Opfer und vor allem Menschen, die aufgrund von Drogenkonsum verstorben sind.

00:26:10: Anschaut im Vergleich zwischen diesen beiden Großstädten.

00:26:14: Vielleicht kannst du uns die Arbeit hier in diesem Konsumraum in der Niederstraße etwas näher bringen?

00:26:19: Wie kann man das vielleicht unseren Hörer da draußen erklären?

00:26:22: wie sieht so ein Tag hier aus?

00:26:25: Zunächst mal haben wir dreihundertfünfsechzig Tage im Jahr geöffnet.

00:26:28: Elf Stunden Öffnungszeit von elf bis zwölf Stunden öffnungen Zeit

00:26:34: F

00:26:34: bis elf?

00:26:34: Genau, von f bis dreiundzwanzig Uhr.

00:26:38: Wir sind der größte Drogenkonsumraum hier in Frankfurt mit über zweieinhalb Konsumvorgängen pro Tag.

00:26:44: Das heißt einfach dass sehr viele Menschen herkommen.

00:26:47: Ich will nicht sagen wir sind ein Durchlauferhitzer aber letztendlich liegt unser Fokus natürlich auf der Infektionsprophylaxe und dem sauberen sterilen Konsum.

00:26:56: wenn man hierher kommt in unsere Straße einwiegt Dann sieht man meistens schon, wo unsere Einrichtungen ist.

00:27:03: Viele Klienten stehen vor oder neben unserer Einrichtung warten auf Einlass, warten auf einen Platz im Konsumraum und nutzen unser Angebot durchgängig.

00:27:12: Man muss sich bei uns anmelden zum Erstkonsum.

00:27:16: Wir arbeiten natürlich nach der geltenden Rechtsverordnung und nach der Gesetzesvorgrundlage dem Betäubungsmittelgesetz.

00:27:24: Und man kommt also an die Tür sagt Was das Bedürfnis ist, ob man konsumieren möchte oder nur Spritzen tauschen möchte oder sich vielleicht auch noch aufhalten möchte.

00:27:34: in unseren Räumlichkeiten wird dann eingelassen und kann sich dann anmelden.

00:27:38: Unten haben wir so eine Art Triesen-Rezeption.

00:27:42: dort wird der Klient die Klientin angemeldet.

00:27:44: bei erstmaligen Konsumen müssen wir die Identität nachweisen also dass dann ausweisfällig wird oder ein anderes Lichtbilddokument.

00:27:54: Wir haben quasi eine erste Befragung, dort wird auch nochmal abgefragt.

00:27:58: Wann war der letzte Konsum?

00:27:59: Was konsumierst du?

00:28:00: All diese Daten werden in einem Programm gespeichert was aber keine personenbezogenen Rückschlüsse auf die Menschen zulässt.

00:28:11: Dann, wenn die Erstbefragung abgeschlossen ist kann sich die Klientin oder der Klient anmelden und wird von uns in die obere Etage gelassen.

00:28:20: Dort haben wir einen inhalativen Konsumraum, einen Rauchraum und einen intravenösen Konsumraum von uns liebevoll Druckraum genannt Und dort können die Menschen ihre mitgebrachten Substanzen konsumieren.

00:28:33: Die kriegen von uns alles was man für ein sterilen Konsumbrauch über Nadeln Spritzen Ascobinsäure Alkoholtupfer oder auch Materialien zum Rauchkonsum.

00:28:44: Das wäre z.B.

00:28:44: eine Glaspfeife, oder unbeschichtete Aluminiumfolie.

00:28:50: Dann haben die Klienten dreißig Minuten Zeit für den Konsum und sind aber auch ein bisschen ulanter, je nachdem wie lang der Mensch auch benötigt um seine mitgebrachten Substanzen aufzukochen und dann auch zu initieren.

00:29:04: Wir leisten natürlich lebensrettende Sofortmaßnahmen im Drogennotfall.

00:29:10: Wir moderieren die Konsumräume.

00:29:12: Wir schauen, wir sind Menschen gut und ansprechbar für sämtliche Perspektivveränderungen.

00:29:21: Wir sind ein großer Weitervermittler, würde ich sagen.

00:29:24: Wir haben fest angestellte Sozialarbeiterinnen in jeder Schicht, die sich auch darum kümmern, in Krisen zu intervenieren oder weiterzu vermitteln.

00:29:34: Das klingt wirklich nach einem sehr gut organisierten Angebot.

00:29:37: Und man muss auch sagen, die Struktur im Haus hätte ich jetzt auch gar nicht so erwartet.

00:29:41: Du hast ja gezeigt, dass es wie ein Rundgang, den man hier sonst einmal durchläuft auf wenn man als Konsumentin hier reinkommt ist es wirklich gut durchdacht muss man sagen.

00:29:50: also ich dachte immer das es eher so einen riesen Raum ist wo man rein kommt und dann verteilt sich das einfach so ein bisschen aber für alle da draußen auch wirklich es sind viele Menschen auch daran beteiligt.

00:29:59: wir haben sehr viel Mitarbeiter jetzt auch gerade kennengelernt die das auch überwachen die ganze Zeit das ja nichts passiert und b halt auch wirklich die Regeln eingehalten werden muss man ja sagen.

00:30:08: Wir haben pro Schicht neun Mitarbeiter, die sich um die Klienten auf zwei Etagen kümmern.

00:30:15: Wie nennen Sie Mitarbeiter im sozialen Bereich?

00:30:17: Das heißt wir arbeiten mehrheitlich mit ungelernten Kräften, die aber geschult sind in Drogennotfalltraining und Diaskalationstraining, Traumasensiblenarbeiten, Motivational Interviewing – also unser Verein liegt großen Wert darauf unsere Mitarbeiterinnen auch vorzubilden, sodass sie gut gewappnet sind für die tägliche Arbeit.

00:30:37: Du

00:30:39: hast ja auch schon darauf hingewiesen, es ist ja eher... Auch so hatte ich jetzt verstanden, dass viele immer wieder kommen.

00:30:44: Es sind immer viele bekannte Gesichter.

00:30:46: und hast du den Eindruck das ist eine sehr gute Zusammenarbeit dann auch zwischen Sozialarbeiterinnen und KonsumentInnen?

00:30:54: Genau wir haben niedrigschweiliges akzeptanzorientiertes Konzept.

00:30:58: Das bedeutet wie im ersten Mal jeden Menschen der zu uns kommt so er kommt unabhängig von Herkunft, Religion, Substanz, Konsumformen oder was auch immer.

00:31:11: Wir duzen uns hier alle, sowohl Mitarbeiterinnen als auch Klienten das gehört zum Konzept und für uns auch einen niedrigschwelligen Zugang.

00:31:20: wir haben viele Klientin die regelmäßig kommen.

00:31:25: ich glaube in der letzten im letzten Bericht ja der ja auch sehr umfänglich ist hier in Frankfurt war ein Klienter täglich fünfmal kommt.

00:31:34: er hatte über.

00:31:37: Das ist schon eine Menge und entsprechend sind natürlich auch die sozialarbeiterische Beziehungen.

00:31:44: Wenn man jeden Tag fünf, sechs Mal sieht über Stunden, dann steht da natürlich eine professionelle Nähe.

00:31:50: Da müssen wir natürlich auch ein bisschen aufpassen.

00:31:52: Wir sind uns ganz bewusst darüber dass wir hier in den Dienstleister sind das wir nicht mit den Klienten privat in irgendeiner Form befreundet sind mit dem Kaffee trinken gehen sondern hier wirklich nach Regeln und der Gesetzesgrundlage arbeiten.

00:32:05: Wir sind auch kein rechtsfreier Raum, es gibt das Bundesgesetz, das Betäubungsmittelgesetz.

00:32:10: Es gibt eine hessische Rechtsverordnung und da ist ganz klar geregelt wer darf uns aufsuchen.

00:32:15: Wer darf uns auch nicht aussuchen?

00:32:16: Und welche Regel gelten wir?

00:32:17: zusätzlich haben wir noch eine Hausordnung.

00:32:19: du hast es eben gerade schon gesagt ja es ist relativ verregelt.

00:32:22: aber dass jede Regel die wir hier haben hat einen Grund.

00:32:25: Das ist nicht weil wir denken oh wie können wir heute irgendwie Klienten ärgern, sondern das hat Gründe in unseren Erfahrungen die wir seit dreißig Jahren hier im Konsumräumen sammeln.

00:32:37: Ich finde, wir haben einen sehr guten Zugang zu unserem Klient.

00:32:41: Wir hören viel zu.

00:32:43: gerade in einem intimem Ort wie einem intravenösen Konsumraum ist es ja wirklich so dass die Klientinnen die Hose runterlassen wenn sie zum Beispiel in die Leiste initiieren und das geschieht auch ein bisschen psychisch viele Traumata viele Geschichten die da hoch kommen, die wir begleiten.

00:33:00: Die wir mittragen und die wir im Zweifel auch weiter vermitteln an die Dienste, die Fachkräfe dafür sind, medizinische, psychiatrische Diensten.

00:33:10: Man muss sagen dass wir Menschen begleiteten, die sich wirklich in rickersten Lebenslagen befinden.

00:33:19: das ist hier ein Zufluchtsort der als nächstes nach der Straße kommt.

00:33:24: Das ist irgendwie ganz klar.

00:33:26: Hier kommen Menschen wirklich in physischen Situationen oder einen physischen und psychischen Ausnahmesituation.

00:33:33: Wir haben viele Menschen mit offenen Wunden, nicht nur körperlich auch geistig das ist ganz klar.

00:33:39: wir haben viele menschen die keinen festen Wohnsitz haben die in ganz schwierigen sozialen Lebenslagen stecken die ohne arbeits sind und vor allem sucht erkrankt sind.

00:33:50: ich sag ganz bewusst noch mal sucht er krank dass es eine Krankheit.

00:33:54: Es liegt nicht an der Willenschwäche und nicht daran, dass irgendein Mensch Party machen will.

00:34:00: Die Menschen führen eigentlich eine Selbstmedikation durch die probieren mit einem gängigen Schmerzmittel.

00:34:05: Heroine ist ja in der Medizin durchaus angewandt bei sämtlichen Schmerzen sich von ihren Schmerzens zu befreien, die sie vielleicht haben.

00:34:17: Und da muss man glaube ich immer wieder drauf schauen Was das für so einen Menschen auch bedeutet, dieses Leben auf der Straße immer wieder Geld klarzumachen.

00:34:27: Immer wieder Substanzen zu kaufen.

00:34:29: Das ist ein wirklich stressiger Job in die da haben.

00:34:32: Toll!

00:34:33: Und man muss auch wirklich ... Du hast es ja schon gesagt, dass ist eine Krankheit.

00:34:35: Also die Menschen sind krank.

00:34:37: Man kann nicht so argumentieren... Das ist ja unter Umständen auch manchmal das Argument von Menschen, die ja auch, muss man ja leider sagen, eure Arbeit nicht zu schätzen wissen?

00:34:46: Die haben sich das nicht ausgesucht.

00:34:47: Sicherlich hat man sich irgendwann mal dazu Wie auch immer ist dazu gekommen, anzufangen irgendwas zu konsumieren.

00:34:54: Aber diese Spirale in der man sich befindet das ist eine Krankheit wie andere Süchte einfach auch.

00:34:58: Wir werden Menschen nicht aufhören können Nikotin zu rauchen wenn Menschen nicht aufführen können Alkohol zu rauchten.

00:35:08: Also das ist wichtig zu sagen.

00:35:10: auf jeden Fall nochmal.

00:35:11: Du hast es ja angesprochen gehabt ihr habt ja viel Austausch.

00:35:14: auch ihr habt auch viele Hilfsangebote darüber hinaus hier in der Niederstraße Hauptfokus drauf, auch gerade Menschen aus der Sucht heraus zu helfen.

00:35:24: Wie ist es denn?

00:35:25: wartet ihr dann darauf dass jemand wirklich sich diesen Entschluss fasst?

00:35:29: Ich bin jetzt bereit.

00:35:30: ich möchte aufhören.

00:35:31: Ich komme jetzt auf euch zu und fragt wie könnt ihr mich vielleicht vermitteln?

00:35:35: oder seid ihr schon auch so grade wenn ihr sagt das ist jemand der häufiger mal hierher kommt.

00:35:38: hey Schau mal du hast es echt gut im Griff gehabt.

00:35:41: die letzten Monate Jahre wollen wir nicht mehr drüber sprechen.

00:35:46: also unser Träger arbeitet mit zieloffener Suchtarbeit.

00:35:52: Das bedeutet, dass natürlich Ausstieg ein Ziel sein kann aber es muss nicht das Ziel sein.

00:35:57: also wir orientieren uns immer an den Wünschen der Klienten.

00:36:01: natürlich wenn man so eng im Kontakt steht und jeden Tag mit den Menschen arbeitet dann sieht man manchmal auch Veränderungen und die sprechen wir natürlich an egal ob sie positiv oder negativ sind.

00:36:09: Wenn jemand kommt und wirklich sehr schlecht aussieht dann frage ich was ist los?

00:36:13: Und da gibt's auch immer Räume da beraten tätig zu werden und zu schauen, was könnte jetzt Perspektive sein.

00:36:19: Wir müssen aber auch akzeptieren, wenn Menschen ihre Probleme behalten wollen und sagen, ich möchte gerade gar keine Hilfe annehmen und ich bin mit meiner Konsumform zufrieden.

00:36:28: Dass hier irgendjemand zufriedend ist würde ich mal bestreiten wollen.

00:36:33: Das ist schon wirklich elendig, was da draußen los ist.

00:36:36: Es ist wirklich getrieben von Gewalt, von Missbrauch Stigmatisierung von Diskriminierung und ich glaube, niemand hat sich ausgesucht hier auf der Straße in Frankfurt zu leben.

00:36:48: Das muss man auch immer wissen.

00:36:50: aber genau unser Verein arbeitet zieloffen Und das ist auch ganz wichtig zu sagen.

00:36:56: Ziel offenheit beinhaltet Ausstiegsorientierung durchaus Aber die Ausstiecksorientierung ist ein langwieriger Prozess.

00:37:02: es ist gerade bei suchterkrankten Menschen keinen Sprint wo man sagt wir können schneller Erfolge und Ergebnisse sichern so wie's oft auch von anderen Professionen vielleicht gewünscht ist, sondern das ist teilweise ein Vertrauensaufbau der sich über Jahre zieht.

00:37:17: Dass ich als Sozialarbeiterin erstmal Zugang zu jemandem gefunden habe dieser Mensch wieder vertrauen in ein System fast was vielleicht auch oft

00:37:26: auf

00:37:27: Misstrauen gefust hat vorher.

00:37:29: Das ist schon echt ein langer Prozess und deswegen müssen wir auch langsam vorgehen.

00:37:34: Und wir zwingen niemandem dazu Hilfe anzunehmen, das muss von dem Klienten aus selbst kommen.

00:37:39: Auch wenn wir natürlich Angebote machen weitervermitteln.

00:37:42: Wir vermitteln meistens die Trickschwelligweiter.

00:37:44: Das heißt es geht um den heutigen Tage.

00:37:47: also wo bekomme ich sauberes Fritzbesteck her?

00:37:49: Wenn wir zu haben, wo konsumiere Ich sicher, wenn wir zugeschlossen haben, Wo finde ich einen guten Schlafplatz?

00:37:55: Bekomme ich was zu essen?

00:37:56: Hier kann ich meine Wäsche waschen vielleicht mal duschen gehen.

00:37:58: dass sind unsere Weitervermittlungsangebote für den Tag.

00:38:03: Okay,

00:38:04: die IDH ist ja nicht nur hier in der Niederstraße, ihr habt ja ganz viele Standorte hier in Frankfurt.

00:38:08: vielleicht darüber hinaus.

00:38:09: einmal Nur kurz zusammengefasst, was bietet ihr noch alles außer jetzt den hygienischen Konsum zu ermöglichen?

00:38:16: Wir feiern heute an diesem Tage vierzigjähriges Bestehen.

00:38:19: Herzlichen Glückwunsch!

00:38:21: Ja gar nicht.

00:38:22: Aber gut ist hier blutend.

00:38:23: Sehr gut.

00:38:23: Vielen Dank.

00:38:24: Ich werde es weitergeben.

00:38:26: Genau wir haben heute auf dem Tag genau vierzigjähriges Bestehen der IDH.

00:38:31: Bin ja erst selbst Rurzeln dabei.

00:38:33: Wenn ich so trotz kann natürlich ein bisschen etwas über den Verein sagen.

00:38:36: Wir haben um die zweihundert Mitarbeiter in die sich tagtäglich um eine ähnliche Zielgruppe kümmern, wobei natürlich die Klienten an unterschiedlichen Punkten ihres Lebens sind.

00:38:45: Wir hier sind einer der größten Einrichtungen der niedrigschwellige Konsumraum.

00:38:49: Dann gibt es noch das E-Zeit in der Schielestraße im Osten der Stadt.

00:38:55: Das ist das größte Drogenhilfezentrum Europas, wo's nicht nur um den Konsum geht sondern tatsächlich auch um tagestrukturierende Angebote.

00:39:03: Da gibts ein Wohnbereich, da gibts Arbeitsprojekte und eine eigene Scheinerei, eine eigene Wäscherei und den Sozialdienst natürlich Kontakt, Kaffee.

00:39:12: Und also auch das lohnt sich mal anzuschauen.

00:39:14: Es ist wirklich ein ganz interessantes Objekt und vor allem auch wirklich spannend dass unsere Klienten es schaffen auch Wege aus dem Bahnhofsviertel zu finden die für uns in fast vierzig Minuten mit der Tram dorthin wie für uns selbst vielleicht ganz schön weit erscheinen aber schaffen Klientinnen dort hin und schaffen klienten auch Wegen aus dem Viertel.

00:39:36: Darüber hinaus bietet die EDH auch noch das Projekt Lichtblick.

00:39:43: Das ist ein Projekt, dass sich an konsumierende Frauen und insbesondere schwangere Frauen oder auch Mütter richtet, Eltern... Das ist in der Friedberger Anlage gelegen.

00:39:55: dort gibt es auch das Kontakt-Kaffeefrieder mit Kochprojektaufenthalt.

00:40:01: ganz nettes Projekt.

00:40:02: Auch das kann man sich anschauen!

00:40:04: Wir haben aus dem noch die Kriegstraße.

00:40:06: Es ist ein betreutes Einzelwohnen, wo die IDH auch Menschen Apartments bietet, wo Konsumentinnen leben in so WGs mit zwei bis vier Zimmern glaub ich pro WG.

00:40:19: Auch das ist ein Projekt der IDH.

00:40:21: So viel noch viele weitere.

00:40:22: da kann man sich gerne auf unserer Homepage informieren.

00:40:27: Ja es ist wirklich eine... Tolle.

00:40:30: Initiative ist ja deutlich mehr, muss man sagen und es geht halt wirklich auch darum die Grundbedürfnisse von Menschen, die sich in prekären Lebenslagen befinden zu stillen.

00:40:41: Wir suchen noch mal jetzt zurück in die Niederstraße.

00:40:44: Wir haben eingangs schon einmal darüber berichtet wie sich ein bisschen das Konsumverhalten insgesamt in Deutschland wohl geändert hat anhand von verschiedenen Umfragen dass die Klientinnen deutlich jünger werden zum Teil.

00:40:56: Hast du den Eindruck hier auch?

00:41:00: Wir hatten vorhin ja schon mal darüber geredet, dass wir schon der Durchschnittsklient ist Mitte vierzig.

00:41:05: Der durchschnittslient ist Mittevierzig, männlich, konsumiert seit vielen Jahren wenn ich Jahrzehnten.

00:41:14: aber das ist der Durchsnitt.

00:41:15: Wir haben eine relativ heterogene Zielgruppe muss man schon sagen.

00:41:18: hier kommen Menschen aus jeder Couleur und mit sämtlichen Vorerfahrungen her sodass man gar nicht so sagen kann, was ist eure Hauptzielgruppe.

00:41:31: Wir sehen schon, dass es mehr vermehrt junge Menschen auf der Straße gibt die kommen in der Statistik, die wir führen gar nichts zuvor weil wir natürlich auch erst ab achtzehn Klientinnen aufnehmen.

00:41:44: Man muss über achtzehnt sein und unser Angebot nutzen zu können.

00:41:47: Und entsprechend ist das hier den Konsumräumen gar nicht auffällig auf der Strasse.

00:41:52: Sehen wir aber durchaus auch Jünger sind als Achtzehn und Konsumieren.

00:41:59: Ich glaube auch, dass Social Media ganz viel macht.

00:42:05: Es gibt viele, viele Kanäle gerade auf TikTok oder Instagram die sich mit dem Bahnusviertel auseinandersetzen, die das als verrucht und spannend irgendwie proklamieren.

00:42:16: Das macht tatsächlich was auch mit den Ferienkindern?

00:42:19: Das muss man ganz ehrlich sagen.

00:42:21: wir sitzen ja immer in einer Runde wo sich alle Träger des Bahnus viertels sitzen.

00:42:26: zwei wirklich Weil wir im Polizeipräsidium zusammen und da ist auch die Jugendhilfe.

00:42:31: Auch Walkman ist hier im Haus, der sich explizit mit Street-Work an junge Erwachsene und jugendliche Menschen wenden, die Substanzen konsumieren hier im Viertel.

00:42:42: Und er ist schon offensichtlich dass es da Veränderungen gibt, dass besonders junge Menschen auch schon krass harte Drogen konsumiren wie Fentanyl oder auch Opiate aller Art.

00:42:54: Das macht uns natürlich Sorgen.

00:42:56: Gleichzeitig ist es in der Dokumentation nicht ersichtlich und unseren Konsumräumen auch nicht auffällig, dass jetzt mehr junge Menschen hierherkehmen.

00:43:04: Unser Hauptklientel ist überviert sich und langzeit konsumierend.

00:43:09: Wie geht ihr mit Minderjährigen dann um?

00:43:11: Also wenn ihr sagt dir dürft die nicht aufnehmen muss ja trotzdem ein Konzept geben.

00:43:14: Genau also grundsätzlich ist es so.

00:43:17: man darf die Konsumräume nicht nutzen.

00:43:20: Wenn man unter achtzehn ist.

00:43:21: da gibt's auch Ausnahme.

00:43:23: Regelungen hatten wir auch schon das sie aufgeschlagen ist dann natürlich in Absprache mit dem Jugendamt oder mit dem zuständigen Sorgeberechtigten, sodass man sagt, wenn da ein Brille dahinter ist.

00:43:35: Dann sollen die natürlich lieber im gesicherten Rahmen konsumieren als irgendwo im Busch auf der Straße oder im privaten Umfeld, wo sie im Zweifel nicht gefunden werden.

00:43:43: Ja, herrscht hier noch einen Jugendschutzgesetz und dem kommen wir natürlich auch nach.

00:43:50: Es ist so dass man gerade Wir suchen den Kontakt tatsächlich, wenn wir jemanden sehen.

00:43:56: Wir probieren es anzusprechen und informieren auch immer die Polizei.

00:44:00: Wenn wir wissen das sind minderjährige, geben eine Personenbeschreibung durch einfach zum Schutze dieser Jugendlichen.

00:44:06: Und wir hatten ja auch ne Krisensituation neulich erst mit einer sehr jungen Klientin, die gewaltvolle Erfahrung, Vergewaltigung erleben musste.

00:44:17: Da sind unsere Kolleginnen eingesprungen haben die erste Krisenintervention gemacht.

00:44:21: in den geschützten Raum gebracht und erst mal gesichert.

00:44:25: Das ist glaube ich das Wichtigste, dass man da auch nicht die Tür zuschlägt und sagt ja du bist leider sechzehn Tschüss!

00:44:30: Es bringt ja nichts.

00:44:31: Man muss ja irgendwie an diesen Menschen rankommen.

00:44:33: wir arbeiten da sehr eng mit dem Jugendamt zusammen sehr engen mit der Polizei zusammen und versuchen dann wirklich schnell zu vermitteln weil das hier kein Wort natürlich nicht für minderjährige Menschen.

00:44:46: Prinzipiell den Frankfurter Weg haben wir eingangs schon mal erklärt auch in unserer Folge es Ein Projekt, was sich ja entzahlen.

00:44:53: Wenn man sich halt anschaut wie viele Menschen in Deutschland sterben leider durch Drogenkonsum bewährt hat.

00:44:57: Hier sind deutlich weniger Drogentote als anderen Großstädten in Deutschland.

00:45:02: Initial war es schon sehr ... Ist ein stigmatisiertes Thema auf der einen Seite und auch mit viel Gegenwind behaftet gewesen überhaupt diese Konsumeräume zu etablieren?

00:45:12: Und man muss sagen leider immer noch.

00:45:14: trotz der positiven Bestätigung und wissenschaftlicher Belege dass es sich rentiert gibt es leider ja immer wieder Schlagzeilen auch, das ist auf Unmutstift.

00:45:24: Was die Anwohner betrifft generell politische Situationen immer ein aufgehitztes Thema.

00:45:31: Wie geht ihr damit um?

00:45:32: Hast du das Gefühl, ihr könnt weiter eure Arbeit machen oder ist es vielleicht auch ein Problem was dann auch aufkommt im Hinblick auf den Kontakt mit euren Konsument innen dass sie das auch merken dass es nicht mehr so gewollt ist?

00:45:46: Erst mal zu deiner Eingangsfrage der Frankfurter Weg war einer der Gründe, warum ich mich auch entschieden habe in die Niedrigschwellige Drogenhilfe zu gehen.

00:45:53: Es ist wirklich ein sehr starkes Konzept.

00:45:58: Ich hab mich damit viele auch politisch beschäftigt viel in meinen wissenschaftlichen Arbeiten und ich finde dieses Zusammenspiel aus allen vier Säulen der Drogenpolitik nämlich der Präventionen, der Therapieberatung aber auch natürlich Chance Minimierung und natürlich auch der Verfolgung von mafiguöse Strukturen ist sicherlich ein Zusammenspiel, wo es darum geht dass es ohne den anderen nicht geht.

00:46:24: Und das finde ich in Frankfurt eigentlich als sehr gut.

00:46:28: Der Zusammenarbeit mit den Ordnungsbehörden die zusammenarbeit mit der Stadt aber auch die Zusammenarbeit uns den Trägern in die trickschwelligen Drogenhilfe erleben wir aber auch In der Vergangenheit und gerade auch mit anderen politischen Winden in ganz Deutschland, muss ich sagen, in der ganzen Welt schwieriger wird.

00:46:47: Und sich Menschen natürlich einfache Lösungen für sehr schwere Fragen erhoffen ist dann die erste Lösung, die man bringt.

00:46:56: Da muss mehr Polizei rein, da müssen mehr Ratze her, da muss mehr Videoüberwachung.

00:47:00: Dann muss eine Waffenverbotszone.

00:47:01: Das sind alles Maßnahmen, die nebenherlaufen können durchaus aber alleine wären sie kein Erfolgeversprechen.

00:47:07: und hier die Menschen sind vor Ort.

00:47:09: Ihr habt es sicherlich gerade beim Herlaufen gesehen wir haben eine massive Baustellenlage und ich bin froh über diese Baustelle weil das zum einen natürlich die Infrastruktur der Stadt verbessern soll Sehr ungehalten auch über diese Baustellen, weil dadurch Räume weggefallen sind für unsere Klienten die denen zum Aufenthalt dienen und weil jetzt dieser Verengung von Räumen zu massiven dichtes Stress vor unserer Einrichtung führt.

00:47:36: Weniger Menschen auf weniger Raum bedeutet oft Konflikt und das trägt sich natürlich auch vor unseren Türen aus und das bestätigt natürlich die allgemeine Meinung von diesen.

00:47:45: Menschen sind süchtig kriminell und uneinschätzbar was ich im Arbeitsalltag überhaupt nicht so erlebe.

00:47:52: ich erlebe sehr wertschätzende der sehr dankbare Menschen, die dieses Angebot schätzen und auch nutzen.

00:47:58: Nicht umsonst haben wir zwanzig Konsumvorgänge im Jahr.

00:48:02: das sind fünffünfzig Prozent aller Konsumvergänge in Frankfurt werden hier werden hier durchgeführt.

00:48:09: und genau zur politischen Situation waren wir eigentlich

00:48:13: ja ob sie es halt auch konsumenten mit bekommen.

00:48:15: also

00:48:15: durchaus.

00:48:16: also hier ist eine Kontrolldichte gibt es in keinem anderen Viertel so stark.

00:48:22: Es gibt ja Polizeistatistiken, wo wirklich die Mehrheit der Polizeistreifen-Dichte hier ist vor Ort.

00:48:30: Also es vergeht keinen Tag, wo nicht eine Polizeistereife durchfährt oder geht und die Leute auch fordert, die Wege frei zu halten.

00:48:39: Die Klienten sind unter massiven Stress.

00:48:42: Die suchen nicht nur nach Geld und Substanzen, sondern sie sind natürlich immer auch in einem kriminellen Milieu.

00:48:47: Und gefährdet dann eine Kontrolle zu geraten und ihren Stoff vielleicht abgenommen zu bekommen.

00:48:53: Ja das wirkt sich da natürlich dieser Stress hier an die Einrichtung

00:48:57: aus.

00:48:59: So habe ich das noch nie betrachtet muss ich sagen.

00:49:00: also macht ja absolut Sinn.

00:49:02: Wo wir bei dem Thema natürlich Stigmatisierung sind.

00:49:06: Auch da geht es uns darum... Das möchte man so ein bisschen aufbrechen.

00:49:09: gerade was den ärztlichen Kontakt betrifft fast man sich auch sicherlich an die eigene Nase, da hat man auch sicher schon Fehler gemacht früher.

00:49:15: Weil man halt doch immer ein gewisses Bild auch hat von der Compliance vielleicht in der Zusammenarbeit.

00:49:20: Wie bekommst du das hier so gespiegelt?

00:49:22: Ihr habt ja auch selber Ärztinnen, die sich um Konsumenten kümmern.

00:49:25: Genau wir haben hier die Maltese im Haus, die damals die Woche für ein paar Stunden vor Ort sind und auch eine ganz niedrigschwellige humanitäre Sprechstunde anbieten Auch für Menschen, die nicht versichert sind.

00:49:38: dann geht es vor allem aber auch Unversorgung.

00:49:40: Wir hatten auch einen Impfprojekt, wir haben auch einen Psychiater hier vor Ort und eine psychiatrische Sprechstunde anbietet.

00:49:47: also das ist ein tolles Angebot.

00:49:49: Das sind ganz sensible empathische Tolle Ärztinnen die hier vorort sind, die sich aber natürlich sehr stark mit dem Thema und mit dem Klientel beschäftigen und die wirklich alles daran setzen.

00:50:00: Eine sehr gute Behandlung, auch wenn es nur eine kleine Baustein in einer medizinischen Versorgung sein kann leisten.

00:50:09: Wir erleben die Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten, die uns ja auch oft begleiten gerade bei Drogennotfällen.

00:50:17: Auch in der Regel als sehr positiv.

00:50:20: Auch da kann man sich aufeinander verlassen und auch da gibt es manchmal Situationen, die man sich vielleicht anders gewünscht hätte.

00:50:27: aber da haben wir eine ganz gute Kultur das auch rückzumelden und gegenseitig konstruktive Kritik zu äußern.

00:50:36: Viele Klienten gehen nicht gerne ins Krankenhaus, viele Klientinnen lassen sich auch nicht gerne vom Rettungswagen mitnehmen.

00:50:42: Auch wenn es eigentlich medizinisch sinnvoll wäre einfach weil sie sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben.

00:50:49: Natürlich ist unser Klientel ein schwieriges.

00:50:51: natürlich ist unser klientel entzügig und die Fristationszoleranz dann auch mal wirklich sehr herabgesetzt.

00:50:57: Nichtsdestotrotz nehmen wir auch den Umgang da manchmal wenig sensibel.

00:51:07: Das ist einfach so, dass unsere Klienten sicherlich auf der Station nicht so gern gesehen sind.

00:51:11: Dass man hofft, dass sie schnell wieder das Patientenzimmer verlassen und auch das Entlassmanagement würden wir uns wünschen, dass es noch ein bisschen besser läuft weil hier auch schon Klientinnen im Krankenhaus Leibchen vor unserer Tür waren.

00:51:26: ich kann verstehen die Not in den Kliniken herrscht aber die Not herrsht auch hier im Viertel.

00:51:32: Wir haben jetzt medizinisch geschultes Personal, aber keine Mediziner in dauerhaft vor Ort.

00:51:40: Sodass wir angewiesen sind auch auf die Krankenhäuser und Kliniken, die uns da unterstützen in der Versorgung von dieser Zielgruppe.

00:51:50: Und

00:51:50: was noch dazukommt?

00:51:51: Diese Zielgruppen hat keine Lobby.

00:51:53: also wenn da etwas schiefläuft dann gehen die meistens nicht zu einem Anwalt und verklagen irgendeinen Arzt oder eine Praxis.

00:52:01: das ist absolut unvorstellbar.

00:52:03: Diese Menschen schützen sich dann damit, nicht medizinisch versorgt zu sein.

00:52:08: Und das ist nichts, was wir erreichen sollten.

00:52:12: Ich freue mich, dass ihr hier seid, dass man ein gegenseitiges Verständnis füreinander erlangt und ich akzeptiere und respektiere nicht alles, was unsere Klientinnen machen.

00:52:22: im Gegenteil auch wir geben Hausverbote wenn es gerade um Verbale oder auch physische Gewalt geht, wenn es um Rassismus, Sexismus Alle ismen geht da auch, da sind wir am Sanktionieren.

00:52:34: Da gibt es Grenzen aber ein gegenseitiges Verständnis.

00:52:37: von wo kommen diese Menschen her?

00:52:38: Mit welchen Problemen und mit welchen besonderen Bedürfnissen kommen die?

00:52:43: Und wie kann ich als Ärztin, als Sozialarbeiterin, Als Polizist oder als welche Berufsgruppe auch immer dafür sorgen dass dieser Mensch heute gut durch den Tag kommt und Ich Gut meine Arbeit machen Kann?

00:52:53: das ganz wichtig wenn wir darüber nachdenken.

00:52:56: jeden Fall Ich glaube, wir können immer gute Empfehlungen geben.

00:52:59: Ihr seid auf jeden Fall einer der wichtigsten Säulen.

00:53:01: in der Prävention muss man einfach sagen gerade wenn es um den Konsum geht eben von ja doch sehr körperlich auch schädigenden Substanzen muss man ganz klar sagen Es gibt ja auch einen Kritikpunkt, den es häufig in den Schlagzeilen schon zu lesen gab dass gerade die Konsumeräume auch unter Umständen Menschen aus von außerhalb aus Frankfurt anlocken könnten und halt dass man nicht möchte, dass man auch den Konsum halt fördert von Menschen die jetzt hier in Frankfurt neu sind.

00:53:33: Wie geht ihr damit mit Menschen um die jetzt zu euch kommen sich ausweisen und ihr seht okay sie sind anscheinend nicht hier in Frankfurten auch nicht eine Umgebung ansässig?

00:53:43: Also erst mal ist es ja eine Absurdität zu denken das Drogenkonsumräume so schön und so gemütlich sind, dass Menschen nur deswegen nach Frankfurt kämen.

00:53:50: Die Menschen kommen hierher weil es günstige sehr gut verfügbare Drohungen gibt, Substanzen.

00:53:57: Man kann am Bahnhof mit ein paar Mal durchfragen alles erlangen was man möchte von Medikamenten über Medikamente über Heroinen, Crack, Alles.

00:54:06: Das ist schon mal Punkt eins.

00:54:07: also wir sind nicht der Magnet der irgendwie die Menschen anlockt.

00:54:11: Wir sind dann die erste Hilfestruktur die dann auffängt und natürlich mit Stereo im Spritzbesteck versorgt.

00:54:21: Die zweite Absurdität ist, dass wenn jemand hierherkommt der zum Beispiel aus Offenbach kommt oder aus Würzburg oder woher auch immer.

00:54:29: Wenn wir den Ablehn dieser Mensch zurück geht zum Bahnhof sagt dann setze ich mich zurück in den Zug nach Würzborg-Offenbach oder wo auch immerhin und dann ist alles gut.

00:54:38: diesen Menschen entlassen wir wieder an den öffentlichen Raum.

00:54:40: Der wird konsumieren der ist entschlossen diese Substanz die er gerade gekauft hat zu konsumierend und damit fehlt mir wirklich jegliche Grundlage zu verstehen, warum das eine sinnhafte Sache sein soll.

00:54:54: Was ich durchaus sehe ist dass andere Kommunen und Städte drohen Konsumräume einrichten sollen.

00:54:58: ja wir haben aktuell glaube thirty-three Konsumräume deutschlandweit.

00:55:02: die sind hauptsächlich auf den Westen verteilt.

00:55:05: der Süden und der Osten sind fast ausgespart und das ist ein Problem.

00:55:09: Wir haben durchaus auch Klientinnen die über gerade wenn es Geld gab zum ersten des Monats so uns fahren sich hier eindecken und dann wieder zurück in ihre Heimatkommun fahren.

00:55:18: Das wird in der Statistik aber gar nicht deutlich.

00:55:20: Da werden die als Auswärtige gezählt, obwohl sie vielleicht nur einen Tag hier waren und deswegen ist ja natürlich auch immer die Frage wer interpretiert die Zahlen?

00:55:27: Und wer erklärt die Zahlen und wie werden die genutzt?

00:55:30: ich bin ein großer Fan von Dokumentationen habe.

00:55:32: Ich würde mir wünschen dass wir als Fachkräfte da auch nochmal gefragt werden was bedeuten diese zahlen?

00:55:36: ich sehe nicht das wir fünfzig prozent auswärtigen hier in Frankfurt haben.

00:55:39: ich sehe Menschen die durchaus woanders geboren sind.

00:55:42: ich sehe menschen die durchaus eigentlich woanders ein Wohnsitz haben meldet sind aber die ihren Lebensmittelpunkt mittlerweile schon lange hier in Frankfurt haben.

00:55:52: Und wie gesagt, wir entlassen diese Menschen, wenn wir sie abweisen in den öffentlichen Raum wo sie möglicherweise Notfall produzieren, denen wir nicht sofort beatmen können und das kann unter Umständ zum Tod führen.

00:56:05: Daher bin ich ganz klar in meiner Meinung zusammen mit meinem Kollegen, dass wir hier jedem Menschen egal welcher Herkunft, welche Religionen, egal mit welcher Geschichte die erste Hilfemaßnahmen anbieten und auch einen Ort anbietet zu sein.

00:56:23: Genau, wichtiger Punkt habe ich so ehrlich gesagt auch nicht betrachtet dass es nicht Frankfurt das Problem ist sondern eher die Umgebung die halt eben solche Möglichkeiten gar nicht unbedingt schafft und auch nicht die Akzeptanz dann dahinter schaffen muss.

00:56:32: man ganz klar also

00:56:33: wenn ich wüsste in offenbarer Konsumraum dann könnte ich natürlich den Klienten vermitteln aber wenn er hier vor meiner Tür steht und sagt, ich möchte den Konsum entschlossen.

00:56:42: Ich möchte jetzt diese Substanz konsumieren wie gesagt dann kann ich nicht sagen ja ne geht auch nach Offenbach das geht einfach nicht

00:56:49: ist ja auch eine große Diskussion in Darmstadt und es ist ja immer wieder ein Medien gewesen.

00:56:53: also da sieht man ja auch dessen angestammter Spot wo die Leute halt einfach sich aufhalten und da wird ja immer diskutiert ob da einen Raum eingerichtet werden soll.

00:57:00: es wird trotzdem nicht gemacht

00:57:02: und es liegt vor allem auch an der Zuwendungsfinanzierung.

00:57:04: also wir sind kein Pflicht finanziertes Projekt wie zum Beispiel im Krankenhaus oder so Kinder-Tagesstätte, was ja eine Stadt einrichten muss.

00:57:13: Wenn es eine bestimmte Größe erreicht und der Bedarf da ist sondern Drogen-Konsumräume muss sich eine Stadt leisten.

00:57:19: Und das sagen natürlich dann sagt den Damen und Herren, hey wir haben doch gar keine Drogenkonsumenten und wenn dann können sie doch nach Frankfurt gehen?

00:57:25: Dann gibt's doch einen.

00:57:26: Aber das ist ja ein Trugschluss.

00:57:28: Das einfach ein Trugschluss und das belastet natürlich Frankfurt ungemein und deswegen würde ich mir wünschen dass jede Kommune jede Stadt diese Angebote einrichtet.

00:57:36: Es gibt ne Rechtsverordnung.

00:57:39: Und so könnte man das vielleicht etwas gerechter aufteilen und so wäre natürlich auch den Klienten geholfen, die nicht extra nach Frankfurt fahren müssen.

00:57:46: Sondern Hilfe direkt vor Ort haben und da auch gut vermittelt werden.

00:57:50: Macht Sinn kann man glaube ich auch so sehen lassen.

00:57:54: Hast du denn sonst noch irgendwas was du vielleicht für unsere Hörerinnen an Wissen bereithältst?

00:57:58: Was du gerne noch mitteilen möchtest?

00:58:03: Wir stellen ja jedes Jahr neue also eigentlich jedes Jahr die gleichen Forderungen.

00:58:07: Da geht's vor allem auch.

00:58:09: es gibt eine ein Bundesgesetz, was zum Beispiel Drug-Checking zulässt in den Konsumräumen nun auch.

00:58:17: Es hat Hessen lange versprochen eine Rechtsverordnung zu erstellen.

00:58:22: bis hier ist immer noch keine Rechtsverordnungen vorliegen so dass wir da wirklich aktuell kein Drug Checking leisten können, das ist schade für unsere Klienten die auch Verbraucherinnen und Konsumenten sind und ich glaube niemand Man möchte ein Bier trinken oder zu wissen, was da eigentlich drin ist und wie viel Promille das hat.

00:58:43: Und entsprechend wäre es ganz toll wenn das Land Hessen nun endlich eine Rechtsverordnung erlassen könnte.

00:58:49: Das würde uns sehr freuen.

00:58:51: Wir freuen uns natürlich auch, unsere stellvertretende Geschäftsführerin ist gerade so'n bisschen dabei.

00:58:57: Unser Social, unser Social, wo?

00:59:00: Unsere stellvertreter Geschäftsfeuerin ist grade dabei.

00:59:02: Unsere Social Media Kanäle so'nn bisschen Ja, Prominenter zu beleben.

00:59:08: Entsprechend freuen wir uns über Follow-IDH unter Strich E Punkt V. Gerne folgen!

00:59:14: Wir probieren da auch Inhalte und unsere Arbeit so ein bisschen gerade darzustellen.

00:59:20: Es wäre schön.

00:59:21: Und ich glaube es ist gut sich eine eigene Meinung zu bilden darüber.

00:59:26: Aktuell wird viel auch medial wieder über das Banusviertel geschrieben teilweise ohne wirkliche Gegendarstellung der Fachorganisation und ich würde mir wünschen, dass wir uns vielleicht selbst Fakten schaffen und auch mit den Expertinnen vor Ort sprechen.

00:59:43: Und wir sind nach wie vor Dialog bereit und wir wünscht uns weiterhin eine gemeinsame Lösung und sind nicht Teil des Problemes.

00:59:53: das ist glaube ich noch mal wichtig.

00:59:54: am Ende zu sagen, dass in den dreißig Jahren, in denen es Konsumräume in Frankfurt gibt immer schon ein Augenmerk darauf hatten, gute Kooperationen mit allen Beteiligten im Bahnungsviertel zu führen und dass wir auch durchaus daran interessiert sind.

01:00:11: Dass alle sich ja wohlfühlen und wir in irgendeiner Form eine friedliche Koexistenz hinbekommen.

01:00:17: Aber dazu gehört natürlich auch das eine reiche Stadt wie Frankfurt, die es aushalten muss, dass es Menschen gibt, die einen anderen Weg eingeschlagen haben in ihrem Leben.

01:00:25: Vielleicht dauerhaft vielleicht nur für eine gewisse Zeit.

01:00:28: Wir setzen alles daran, Irgendwann besser geht, aber vielleicht geht es denen auch gut mit einem Substanzkonsum.

01:00:36: Das muss man glaube ich auch verstehen lernen.

01:00:40: Also Akzeptanz ganz wichtig.

01:00:43: Wie gesagt wir können uns auch an die eigene Nase noch mal greifen.

01:00:46: Vielen Dank auf jeden Fall für diesen tollen Einblick den wir heute gewinnen konnten.

01:00:49: Den hoffen nicht alle unsere Hörerinnen heute gewonnen konnten und damit würden wir dann sagen vielen dank fürs Mitmachen liebe Sophie.

01:00:56: Danke euch auch!

01:00:59: Vielen vielen danke an dieser Stelle nochmal für das Tolle Und spannende Interview, wir haben wieder sehr viel gelernt.

01:01:04: Es war ein sehr interessantes Erlebnis auch mal in diesen Drogenkonsumraum reingehen zu dürfen bzw uns den angucken zu dürfen.

01:01:12: Da waren ja währenddessen auch Klientinnen vor Ort und das ist schon eine ganz besondere Atmosphäre gewesen finde ich.

01:01:18: Ich habe auf jeden Fall meinen Horizont nochmal extrem erweitern können.

01:01:21: also vielen Dank liebe Sophie für dein Engagement und für deine Tätigkeit in der Frankfurter Drogenhilfe.

01:01:27: Jetzt gucken wir uns noch einmal an was wir mitnehmen können von der heutigen Folge.

01:01:31: Als Allererstes muss man festhalten, der Frankfurter Weg hat sich bewährt und uns einiges gezeigt.

01:01:36: Drogenhilfe bedeutet am Ende des Tages eine Sache – und zwar Leben retten!

01:01:41: Außerdem müssten wir feststellen, Drogensucht und Drogenabhängigkeiten sucht sich niemand aus und es ist sehr schwer wieder rauszukommen und am Ende eines Tages einfach auch eine chronische Krankheit.

01:01:50: Und als diese sollten wir sie benennen.

01:01:53: Gerade wie Ärzte können hier von der Frankfurt-Studie, die wir vorhin genannt haben etwas lernen?

01:01:58: Wir können ultra viel falsch machen, im Umgang mit Substanzabhängigen.

01:02:03: Hier gilt es einfach auch mal das vereigene Verhalten zu spiegeln und insbesondere die Menschen, die halt Hilfe suchen,

01:02:08: ernstzunehmen.".

01:02:28: Also wenn ich eine Sache behaupten kann, dann haben wir auch diese Woche wieder gelernt.

01:02:31: Dass ein Missstand absolut kein Grund ist den Kopf in den Sand zu stecken sondern bei genauer Betrachtung eine Chance ist für Verbesserung.

01:02:38: und ich glaube gerade in diesem Bereich können wir noch wirklich extrem viel verbessern.

01:02:41: also Wenn du da draußen bist und dich nicht an missständen verbrennen willst Sondern scharf bist auf Veränderungen Dann schalte auch in zwei Wochen wieder einen Und lass uns ein like

01:02:50: da Bei deinem Lieblingspodcast Auf Messerschneide.

01:02:54: Eine ganz legale Droge

01:02:56: Das stimmt.

01:02:59: Zwischen Krankenhausdienst

01:03:00: und Podcastproduktion

01:03:02: bleibt immerhin Zeit für eine Kaffeepause.

01:03:13: Hier

01:03:19: gibt's

01:03:23: auch noch mal

01:03:30: eine ganz interessante Geschichte, die wir euch erzählen wollten.

01:03:33: Wo wir zusammen mit einem Drogenabhängigen auf Station ein doch mehr oder weniger witziges Erlebnis hatten.

01:03:42: Wir haben mit ihm eine sehr lange Zeit verbracht einfach aufgrund seiner Beschwerden, die er zu dem Zeitpunkt hatte.

01:03:48: Aber man muss auch sagen, er hat einen ziemlich guten

01:03:52: Trick gemacht.

01:03:54: Der Patient konnte irgendwann entlassen werden und hat gedacht ja gut ich bin nicht mehr so gut zu Fuß wie früher.

01:03:59: Er ging leicht nach vorne übergebeugt, obwohl er noch nicht so alt war und nahm sich häufig einen Gestock zu Hilfe.

01:04:05: Aber um noch besser unterwegs sein zu können hatte er sich etwas ganz Besonderes gewünscht.

01:04:11: Den Wunsch hat er aber nicht einfach nur geäußert!

01:04:12: Er hat ihn direkt in die Tat umgesetzt... denn was hätte er gemacht Felix?

01:04:16: Sag

01:04:16: du's!

01:04:17: Ich weiß immer noch nicht wie er das hinkriegen konnte, aber er hat sich ein Rezept ausgestellt für einen E-Scooter.

01:04:23: Weil er

01:04:23: auch noch einen Hund hatte, den musste er natürlich regelmäßig ausführen und da war er einfach viel besser Zu Fuß oder zur Rolle?

01:04:33: Ich glaube, wir können an der Stelle sagen... Wir können wieder auschecken.

01:04:36: Mann!

01:04:37: Ich hoffe das war ein bisschen unterhaltsam aber ich fand es wirklich sehr beeindruckend weil er hat sich... Das war nicht mal Hand geschrieben, das Rezept ist zwar Computer geschrieben und ausgedruckt.

01:04:44: man muss also nachts in den Stationssekretariat vorgedrungen sein dann das eingegeben haben einmal E-Scooter und es war ein unterschriebenes Rezept was natürlich gar nicht geht von einer Assistenzärztin was natürlich auch wieder nicht geht Und es ist eine Kollegin von uns und die hat immer einen E-Scooter ausgestellt.

01:04:58: Den konnte er leider am Sanitätshaus aber nicht einlösen.

01:05:01: Aber das war ne sehr gute Idee, was man reingesagt

01:05:02: hat?

01:05:02: Ja, der war Head of Time!

01:05:03: Das waren nämlich auch hundert Prozent zweiundzwanzig Euro.

01:05:06: Das

01:05:06: war super lange her schon,

01:05:07: ne?!

01:05:08: Da gab's glaube ich noch nicht diese ganzen Tierroller...

01:05:12: ...Kottkopf auch nicht.

01:05:13: Aber da gabs doch nicht diese ganze...

01:05:15: Doch, gabs ja schon.

01:05:16: Ich bin schon so ein Zeit damals von der Unichtlinie bei der Onflation im E-scooter

01:05:19: hin.

01:05:19: Okay, ich dachte gerade, er wäre so zurück in die Zukunft mäßig unterwegs gewesen.

01:05:23: Die E-Roller sind schon länger am Start als man denkt.

01:05:25: Anyways, wir hatten auf jeden Fall eine sehr gute Zeit mit diesen Patienten und fanden das einfach einen sehr guten Trick.

01:05:30: Auf jeden Fall!

01:05:31: Diese Kreativität belohnen wir mit fünf Sternen.

01:05:34: Ach ja, woher fünf Sterne Julia?

01:05:36: Was gibt es denn sonst noch so zu berichten während ich schon mal die Automusik anmache?

01:05:39: Wir würden uns natürlich sehr freuen wenn ihr uns bei entweder Instagram schreibt oder auch eine E-Mail schickt.

01:05:45: Ihr erreicht uns für allerlei Kommentare immer bei AMS unterstrich Podcast eben bei Instagram bei auf messerschneidepodcast at demail.com.

01:05:56: gerne wenn euch die folge gefallen hat oder auch eine andere liken nicht vergessen und eine bewertung hinterlassen und dann freuen wir uns auf ein neusspannendes thema am dritten neunten.

01:06:05: zwei tausend sechsundzwanzig einschalten nicht

01:06:07: vergessen.

01:06:08: Oh ja, Julia.

01:06:09: Aber jetzt hast du ganz vergessen noch zu sagen dass wir auch ein YouTube-Kanal

01:06:12: haben.

01:06:12: Oh mein Gott!

01:06:13: Wie konnte mir das denn passieren?

01:06:18: It's

01:06:49: our dream to be together forever Together forever.

01:07:15: It's our dreams to be together forever.

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